Architektur Studio Roth

Studentisches Wohnhaus Zug

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In Anlehnung an Beispiele im kontextuellen Umfeld ist das Projekt die Neuinterpretation eines traditionellen Riegelbaus. Im Verhältnis zwischen Holz und Ausfachung, in der Dimensionierung der Ständer und Streben sowie in der Ausbildung der Traufgesimse und nicht zuletzt der Farbgebung, zeichnet es ein modernes Bild eines klassischen Holzfachwerks. Die Geschossschwellen und -versprünge, die vertikale Gliederung durch die Holzständer, sowie die zur Gebäudeaussteifung notwendigen Verstrebungen definieren eine eigenständige und zeitgemässe Sprache, die den Konsens mit dem historischen Bestand sucht.

Die Fassadengliederung ist klassisch unterteilt in Sockelgeschoss mit Gastronomienutzung, zwei darüberliegende Wohngeschosse und einen z.B. auch für repräsentative Zwecke nutzbaren Saal im Dachgeschoss mit grosszügiger Dachterrasse von 50m2.

Die zwei identischen Wohnungen in den Obergeschossen enthalten je drei Schlafzimmer (14-15m2) und ein Studio (12m2), welches je nach Benutzervorstellungen mit dem vorhandenen Wohnzimmer zu einem grossen Gemeinschaftsraum zusammengeschlossen werden kann. Die kammerartige Raumaufteilung im Grundriss folgt den Konstruktionprinzipien des Riegelbaus. Durch den zweiten Wohnungszugang über die Küche direkt in den Gemeinschaftsraum ist die Privatsphäre der einzelnen Bewohner gewährleistet.

Die tragende Holzfassade ist als Fachwerkkonstruktion mit Ständer und Verstrebungen ausgebildet. Die Gefache werden mit schalldämmendem Material für erhöhte Anforderungen ausgemauert. Der Fassadenaufbau zur Erreichung des Minergie-Standards und die Dimensionierungen der Hölzer wurden in Absprache mit einem Holzbauingenieuren gemäss den feuerpolizeilichen und bauphysikalischen Richtlinien vorgenommen. Die Holzlage der Fassade ist hinterlüftet und aus brandschutztechnischen Gründen geschossweise abgeschottet. Die Fassadenvorsprünge haben neben gestalterischen und räumlichen Qualitäten auch konstruktiv als Witterungsschutz der darunterliegenden Fassadenteile eine Bedeutung.

Der liegende Dachstuhl im Dachgeschoss verfügt über einen den Raum prägenden Dachbinder. Die Balkendimensionen sind auf Abbrand bemessen und erfüllen den Tragwiderstand REI60.

Die Innenwände im Restaurant-/Barbereich sind nichttragend und können benutzergerecht angepasst werden. Einziges tragendes Element ist die mittlere Stütze, die die oberen Geschossdecken trägt und das zentrale Thresenmöbel in Bar und Buffetauslage unterteilt. Die Innenwände in den Wohngeschossen sind nicht tragend mit Ausnahme der Wandteile über der mittigen Stütze im EG. Die Holzbalkendecken sorgen mit schwimmendem Estrich und Kalksandschüttung für einen verbesserten Schallschutz und gewährleisten einen Brandwiderstand von REI60. Die Decken der Annexbauten inkl. Treppenhaus sind massiv in Stahlbeton und als Brandabschnitt ausgebildet. Ihre Last wird über Betonstützen entlang der Fassaden abgetragen.

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